
Im achten Monat ihrer Schwangerschaft kam eine Frau zur Ultraschalluntersuchung, doch als die Ärztin auf den Bildschirm blickte, sagte sie entsetzt: „Sie können nicht nach Hause gehen. Bitte verlassen Sie Ihren Mann.“
Als Laura erfuhr, dass sie schwanger war, schien sich alles wunderbar zu fügen.
Sie war neunundzwanzig Jahre alt und hatte sich schon lange ein Kind gewünscht. Ihr Mann Viktor wirkte wie der fürsorglichste Mensch der Welt.
Die ersten Monate der Schwangerschaft verliefen ruhig. Die Untersuchungsergebnisse waren normal, die Ärzte fanden keine Probleme, und bei jedem Ultraschall wurde Laura gesagt, dass sich das Baby richtig entwickle.
Doch bald geschah etwas Seltsames.
Im achten Monat vereinbarte Laura einen weiteren Ultraschalltermin. Viktor wollte mitkommen, doch an diesem Morgen rief ihn unerwartet seine Arbeit an.
— Ich kann nicht mitkommen, Schatz. Aber ruf mich gleich nach der Untersuchung an, okay?
Laura lächelte und sagte ihm, dass alles gut werden würde.
In der Klinik wurde Laura von der Ärztin Marta empfangen. Sie bat sie, sich auf die Liege zu legen, trug Gel auf ihren Bauch auf und schaltete das Gerät ein.
Zunächst sah alles völlig normal aus. Marta sah aufmerksam auf den Bildschirm, fuhr langsam mit dem Schallkopf über Lauras Bauch und machte sich Notizen in der Krankenakte.
Laura versuchte, das Baby auf dem Monitor zu erkennen, aber sie konnte nicht verstehen, was die Ärztin genau sah.
Plötzlich erstarrte die Ärztin. Ihr Gesicht wurde blass.
Sie rückte näher an den Bildschirm heran, änderte mehrmals die Einstellungen und sagte leise:
— Mein Gott…
Lauras Hände begannen sofort zu zittern.
— Was ist los, Frau Doktor? Ist etwas mit dem Baby nicht in Ordnung?
Marta antwortete nicht. Sie sah erneut auf den Monitor, schaltete dann den Ton aus und sagte sehr ruhig:
— Laura, Sie können nicht nach Hause gehen. Bitte verlassen Sie Ihren Mann.
Die junge Frau setzte sich entsetzt auf, stützte sich auf die Ellenbogen.
— Was? Warum sagen Sie das?
Und genau in diesem Moment drehte die Ärztin den Monitor zu ihr und zeigte ihr etwas so Beunruhigendes, dass Laura fast ohnmächtig wurde.
— Ich verstehe, dass Ihnen das unglaublich erscheinen mag, sagte die Ärztin. — Aber Sie müssen im Krankenhaus bleiben. Rufen Sie ihn nicht an. Antworten Sie nicht auf seine Nachrichten. Sie dürfen nur mir vertrauen.
— Sie müssen mir erklären, was los ist!
Marta seufzte tief.
— Ich werde alles erklären. Aber zuerst müssen wir weitere Untersuchungen durchführen.
Laura wurde sofort auf die Station gebracht. Man nahm ihr Blut ab, legte eine Infusion und schloss sie an einen Monitor an, der die Herzschläge des Babys überwachte.
Mehrere Stunden vergingen. Viktor rief mehrmals an. Zunächst schrieb er liebevolle Nachrichten, fragte, ob alles in Ordnung sei, und sagte, dass er sich Sorgen mache.
Doch später änderten sich seine Nachrichten.
— Warum antwortest du nicht?
— Mit wem redest du da?

— Ich komme ins Krankenhaus.
Laura wollte ihn anrufen, doch Marta nahm ihr das Handy weg.
— Tun Sie das nicht. Er ist es, der Ihnen geschadet hat.
Laura verstand nichts.
— Was wollen Sie damit sagen?
Die Ärztin legte ihr die Untersuchungsergebnisse vor.
— In Ihrem Blut wurde eine Substanz nachgewiesen, die den Körper allmählich vergiftet. Es handelt sich weder um ein normales Medikament noch um eine Lebensmittelvergiftung. Die Substanz hat sich über mehrere Wochen in Ihrem Körper angesammelt.
Laura wurde blass.
— Aber wie ist das möglich?
— Im Moment wissen wir das noch nicht genau. Aber bei der Ultraschalluntersuchung habe ich festgestellt, dass das Baby seit längerer Zeit zu wenig Sauerstoff bekommt. Nicht seit einigen Stunden, sondern viel länger. Deshalb habe ich mich so erschrocken.
In diesem Moment kam eine Krankenschwester in den Raum und teilte mit, dass Viktor am Eingang zur Station stehe. Er verlangte, seine Frau zu sehen.
Laura schloss die Augen.
— Es ist unmöglich, dass er das getan hat, flüsterte sie. — Jeden Abend bereitete er mir einen Tee zu. Er sagte, es sei ein Kräutergetränk, das mir beim Einschlafen hilft und mich weniger nervös macht.
Marta wurde sofort unruhig.
— Haben Sie den Tee mit ihm zusammen getrunken?
Laura überlegte einige Sekunden.
— Nein. Er sagte immer, er könne ihn nicht trinken, weil er danach schläfrig werde.
Die Ärztin rief sofort die Polizei.
Während der Vernehmung, als Viktor nach dem Tee gefragt wurde, lächelte er und sagte, er habe ihn in einer ganz normalen Apotheke gekauft.
Die Untersuchungen ergaben, dass die Kräutermischung eine stark wirksame Substanz enthielt, die in kleinen Dosen Schwäche, Schläfrigkeit und Atembeschwerden verursachte. Bei längerer Anwendung konnte sie sowohl der Mutter als auch dem Kind schaden.
Nach einigen Tagen ging es Laura allmählich besser. Das Baby konnte gerettet werden, doch die Ärzte entschieden, dass sie früher gebären müsse.
Eines Tages, als Laura auf dem Zimmer lag, kam Marta, um ihren Blutdruck zu messen.
— Warum haben Sie mir gesagt, ich solle meinen Mann sofort verlassen? fragte Laura.
Die Ärztin schwieg einige Sekunden und antwortete dann:
— Weil ich bereits ähnliche Befunde gesehen habe. Bei einer anderen Frau. Aber damals war es schon zu spät.
Laura drückte fest ihre Hand.
Einen Monat später brachte sie eine kleine Tochter zur Welt — klein, aber gesund.







